Die Reformation damals und heute diskutiert – eine kritische Würdigung Luthers beim Besuch der Ausstellung „Der Luthereffekt“

Eine Begegnung der besonderen Art: Am Montag, den 15. Mai 2017 besuchte eine bunt gemischte Gruppe auf Einladung der Abgeordneten Bettina Jarasch und Anja Schillhaneck die Ausstellung „Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt“ im Martin-Gropius-Bau. Die Führung durch eine Referentin des Deutschen Historischen Museums enthüllte spannende Einblicke in die Vielfalt und Wirkungsgeschichte, aber auch die Konfliktpotenziale des Protestantismus in der Welt: Eine Weltzeitreise, die, ausgehend von den Reformationen im 16. Jahrhundert, durch fünf Jahrhunderte und über vier Kontinente führt. Und eindrücklich zeigt, dass es ohne die Trennung von Religion und Staat keine liberalen, offenen Gesellschaften geben kann.

Im Vorfeld des Evangelischen Kirchentages, der in diesem Jahr ganz im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums steht, war dies ein willkommener Anlass, um die Errungenschaften der Reformation kritisch zu reflektieren – sowohl historisch als auch im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Ereignisse. Im Anschluss diskutierte die Gruppe intensiv im Berliner Abgeordnetenhaus über das Verhältnis von Staat und Religionen, die Ausgestaltung des schulischen Religionsunterrichts und die Neugründung eines Instituts für Islamische Theologie an der Humboldtuniversität.

Diese Fragen sind heute so aktuell wie vor 500 Jahren, als die Reformation ihren Lauf nahm. Denn auch heute stellen religionspolitische Fragestellungen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Einig waren sich alle, dass es auch künftig dringend einen ernsthaften Dialog zwischen Religionsgemeinschaften und auch zwischen Religionsgemeinschaften und Gesellschaft braucht.

																					

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